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Musikwissenschaft/Musikpädagogik in der Blauen Eule / Band 83

Daniel Zwiener

Als Bewegung sichtbare Musik
Zur Entwicklung und Ästhetik der Methode Jaques-Dalcroze in Deutschland als musikpädagogische Konzeption 

Essen 2008, 336 Seiten, 42,- EUR[D], ISBN 978-3-89924-229-4

Was animiert und legitimiert Musikpädagogen und Künstler seit einhundert Jahren dazu, zum Hören geschaffene und erklingende Musik durch Bewegung sichtbar zu machen? In welcher Weise beeinflusst diese Umsetzung unser musikalisches und musikpädagogisches Denken? Die Methode Jaques-Dalcroze ist die erste musikpädagogische Konzeption des 20. Jahrhunderts, sie bezog konsequent Musik und Körperbewegung aufeinander und sprengte dabei die engen Fächergrenzen: sie betraf zugleich den Instrumental-, Schulgesangs- und Musiktheorieunterricht und strahlte aus auf die Entwicklung der Bühnenkünste. Die vorliegende Arbeit nimmt die Methode Jaques-Dalcroze in ihrer historischen Entwicklung in den Blick, erklärt ihre Einbettung in die Veränderungen der Jahrhundertwende mit Phänomenen wie Lebensreform, Rhythmusbewegung sowie Reformpädagogik und zeigt Schnittpunkte zur Entstehung des modernen Tanzes und der musikalischen Avantgarde auf. Dabei ist von besonderem Interesse, dass und wie sich die Reformsiedlung Hellerau und die zwischen 1911 und 1914 hier ansässige „Bildungsanstalt Jaques-Dalcroze“ wechselseitig beeinflussten und in welcher Weise die von Heinrich Tessenow entworfene Architektur des berühmten Festspielhauses Hellerau die Ideen der Methode spiegelt. Systematisch und kritisch wird die Methode Jaques-Dalcroze hinsichtlich ihrer intersensuellen musikpädagogischen Arbeitsweise und der zugrunde liegenden Musik- und Bewegungsästhetik untersucht.
Die konzeptionellen Schlussfolgerungen für eine bewegungsorientierte Musikpädagogik beziehen sich auf die Rhythmik als direkte Nachfolgedisziplin der Dalcroze-Methode wie auch auf die Theorie und Praxis des Instrumental- und Schulmusikunterrichts.

Daniel Zwiener arbeitet als studierter Schulmusiker und Chorleiter im schulischen und kirchenmusikalischen Bereich. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden an der Aufarbeitung des Hellerauer Dalcroze-Erbes und promovierte mit der vorliegenden Arbeit an der Universität der Künste Berlin.

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