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Literaturwissenschaft in der Blauen Eule/Band 44

Klaus Straßburger

Fontanes „ästhetische Vernunft“
Eine Lektüre seines Romans „Irrungen, Wirrungen“ im Horizont der Überlegungen Nietzsches zur Kunst

Essen 2011, 244 Seiten, 31,- €[D],
ISBN 978-3-89924-309-3

Fontanes Roman „Irrungen, Wirrungen" wird unter Berücksichtigung der Überlegungen Nietzsches zur Kunst und Literatur aus ästhetischem Blickwinkel gelesen; soziologisch-historische Gesichtspunkte der Auslegung treten zurück. – Die treibende Kraft im Handlungsspiel der Akteure ist nicht begriffliches Zweckdenken, sondern die „große Vernunft des Leibes“, die „ästhetische Vernunft“. Das Vorbewußte erscheint literarisch in sprachlicher Verdrängung. – Der Selbstbildungsprozeß Botho v. Rienäckers verläuft im Zeichen der Spannung zwischen einem Leben im „ästhetischem Zustand“ (Lene Nimptsch) und einem Dasein nach Maßgabe des gesunden Menschenverstandes (Käthe v. Sellenthin). – Fontanes Perspektivismus gewinnt am Schluß des Romans sinnfällige Kontur in Bothos Ironie, die im Akt des „Zugleich-Denkens“ rationale und intuitive Einstellungen in ästhetischer Schwebe verknüpft.

Klaus Straßburger, geboren 1935 in Duisburg. Nach dem Abitur (1955) Studium der Germanistik und Romanistik an den Universitäten in Köln, Grenoble und Erlangen. Zweites Staatsexamen 1965. Studienrat am Städt. Steinbart-Gymnasium in Duisburg. 1968 Fachleiter für Französisch am Staatl. Studienseminar Duisburg. Stages de professeurs an den Universitäten in Besançon, Paris (Paris III/Sorbonne), Poitiers. 1972 Studiendirektor und Fachleiter für Deutsch am Bezirksseminar in Duisburg. 1972-75 Lehrbeauftragter für Französische Sprache an der Universität Köln. Mitglied des Wissenschaftlichen Prüfungsamtes in Essen (Deutsch) und in Köln (Französisch) von 1976 bis 1998. Seither außer Dienst. – Regelmäßige Teilnahme an den literaturwissenschaftlichen (Doktoranden-) Kolloquien und kulturwissenschaftliche Exkursionen unter der Leitung von Prof. Dr. Herbert Kaiser (Universität Duisburg - Essen).

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