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Alexander Skrjabin 

Prometheische Phantasien
übersetzt und eingeleitet von Oskar v. Riesemann

(1. Aufl. Stuttgart u. Berlin 1924),
Neuaufl. Essen 2004, 112 Seiten,
18,00 € [D], ISBN 978-3-89924-040-5

Alexander Skrjabin ist sicherlich einer der Klavierkomponisten, dessen Wesen man sich am schwierigsten nähern kann. Und das bezieht sich nicht nur auf seine Musik, sondern vor allem auf seine Person. Doch eigentlich ist es doch gar nicht so schwer, denkt man. Denn Skrjabin ist immerhin einer derjenigen Komponisten, die sich schriftlich zu ihren Ideen geäußert haben. Schon 1923 war von Oskar von Riesemann eine deutsche Übersetzung von Skrjabins Prometheischen Phantasien erschienen. Diese Übersetzung folgte der ersten russischen Originaldruckausgabe von 1919. Die Texte, die da enthalten waren, schrieb Skrjabin zwischen 1900 und 1906. Der Essener Verlag „Die Blaue Eule" hat diese deutsche Fassung, die längst vergriffen war, nun in einer Neuauflage herausgegeben und trägt damit dazu bei, dass man sich Skrjabin wieder nähern kann. Doch was sagen uns die Schriften? Kann man sich durch diese auch der Musik nähern?
Um es vorwegzunehmen: Skrjabin äußert sich in diesen Schriften nicht einmal über Musik direkt. Vielmehr sind es manuskriptartige Schriften, die seine Weltanschauung, seine Gedanken und damit dann auch sein für sich geschaffenes Weltbild offenbaren.

Diese Schriften Skrjabins sind erhellend, will man sich der Person und dem Denken des Komponisten nähern. Und sie sind nicht blasphemisch, auch wenn dies den Anschein hat. Skrjabin versucht, sich über seine Kunst und seine Rolle in der Welt dieser Kunst klar zu werden. Dass er dabei zum Teil verworrene Wege geht, ist die eine Sache. Dass diese Ideen und fragmentarischen Gedanken aber zum Nachdenken, nicht nur über seine Musik, anregen, ist die andere Sache.
Letztendlich hat Skrjabin mit seiner Musik genau das geschaffen, was er versuchte für seine Person zu vollbringen: Menschen glücklich zu machen, allumfassend und eindeutig.
Diese Schriften sollt man lesen, will man die Musik und die Person Skrjabin besser verstehen.
aus: Carsten Dürer, in: Piano News, 2-2004, S. 80 f.

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