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Otto Friedrich Bollnow

Die pädagogische Atmosphäre
Untersuchungen über die gefühlsmäßigen zwischenmenschlichen Voraussetzungen der Erziehung

1. Auflage Heidelberg 1968
Lizenzausgabe Essen 2001, 112 Seiten, 14,50 EUR, ISBN 978-3-89206-002-4

Die "Pädagogische Atmosphäre" ist ein Grundbaustein aller Formen des Lehrens und Lernens und ein bedeutsamer Beitrag für ein Gelingen eines komplexen Erziehungsprozesses, auch in einer virtuellen Welt. 

O. Fr. Bollnow (1903-1991), der den Begriff der "Pädagogischen Atmosphäre" prägte, entschlüsselt in der vorliegenden Schrift, die nun wieder für einen interessierten Leserkreis zugänglich ist, die "gefühlsmäßigen und zwischenmenschlichen Voraussetzungen" im pädagogischen Bezug zwischen Erwachsenem und Kind. 

Für die Perspektive des Kindes gestaltet O. Fr. Bollnow Aspekte, "Tugenden des Kindes" heraus, die seine Einstellung zum Erziehenden mitbestimmen: das Vertrauen zum Lehrenden, Dankbarkeit und Gehorsam, Liebe und Verehrung.

Für die Perspektive des Erziehenden benennt O. Fr. Bollnow als unverzichtbare Aspekte: Vertrauen, Güte, Geduld, verantwortungsvolle Bereitschaft, und fügt, um die "Grundhaltung des reifen Erziehers" charakterisieren zu können, Heiterkeit und Humor hinzu.

Damit verweist O. Fr. Bollnow zugleich auf die "Doppelseitigkeit" im pädagogischen Bezug, wie sie in der großen Vielfalt pädagogischer Situationen sichtbar wird, und stellt ihre anthropologisch-pädagogische Bedeutung beispielhaft in Zusammenhang mit Fest und Feier in der Schule heraus.

Daraus wird dann verständlich, wenn O. Fr. Bollnow formuliert: "Beides sind nur verschiedene Aspekte eines und desselben gefühlsmäßigen Mediums, das Erzieher und Kind in gleicher Weise umschließt und innerhalb dessen sich dann die beiden Seiten in einer immer nur relativen Weise unterscheiden lassen. Das ist es, was hier mit dem Begriff einer pädagogischen Atmosphäre bezeichnet werden soll. Es geht in ihr also um die pädagogische Situation im ganzen und insbesondere die Kind und Erzieher gemeinsam übergreifende Gestimmtheit und Abgestimmtheit des einen auf den andern, die für das Gelingen der Erziehung erforderlich
ist". (Essen, S. 12)

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